17 Notinsel-Schulen in Berlin gehen an den Start

26.06.2017

ZWEI STARKE MÄNNER UND 40 KINDER SETZEN SICH FÜR DIE SICHERHEIT DER BERLINER KINDER EIN

Kinder sind Gewalt und vielen Gefahren meist schutzlos ausgeliefert. Sie sind die Schwächsten und damit schutzbedürftigsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Die Stiftung Hänsel+Gretel hat 2006 mit dem Projekt Notinsel in Berlin eine Möglichkeit geschaffen, Kindern in Notsituationen Fluchtpunkte aufzuzeigen, in denen sie Hilfe und Ansprechpartner finden. In Berlin sind aktuell 630 Geschäfte eine Notinsel.

Kinder der vierten Klassen der Allegro-Grundschule in Berlin diskutierten mit den Verantwortlichen des Projektes Notinsel über ihren sicheren Schulweg und sprachen über ihre Ängste und Sorgen auf ihrem alltäglichen Schulweg. Die VertreterInnen der 17 Notinsel-Schulen wurden mit ihren Starterpaketen versorgt, damit sie ab sofort gemeinsam mit den Kindern, den „Notinsel-Schüler-Botschaftern“ den Berliner Schulweg sicherer machen können.

Bei der Projekteinführung wurde Christa Schäfer, Notinsel-Projektverantwortliche für Berlin, von den „starken Männern“ Carsten Stahl und Murat Topal als Botschafter unterstützt. Den beiden Herren kam es insbesondere darauf an den Kindern zu sagen, „dass es beim Selbstschutz und dem Schutz seiner Freunde nicht auf Muskeln sondern auf Köpfchen ankommt“. 

Die Kinder haben wertvolle Tipps für einen sicheren Schulweg erhalten, z.B. dass sie in Gruppen gehen sollen, dass Sie einen Angreifer „Siezen“ sollen und lautstark „Nein“ rufen sollen. Jerome Braun von der Stiftung Hänsel+Gretel, dem Erfinder der Notinsel, war es wichtig, dass den Kindern wichtige Impulse vermittelt wurden, damit sie sich mit einem besseren Bauchgefühl und sicherer im öffentlichen Raum bewegen können. „Die Notinsel ist seit vielen Jahren eine bewährte Möglichkeit für Kinder, in akuten Notsituationen oder bei einem schlechten Bauchgefühl oder auch bei ganz kleinen Wehwehchen, Hilfe und Schutzraum zu finden. Es geht aber vor allem darum, dass Kinder selbst ein Gefühl für ungute Situationen entwickeln, um dann richtig reagieren zu können“, sagt Christa Schäfer.

Damit das Berliner Notinsel-Projekt weiter wachsen kann, wurde am heutigen Montag der Startschuss für eine bundesweit erstmalige Umsetzungsvariante des Projektes gegeben. Ab sofort kümmern sich die Schulen bzw. die Schüler und Schülerinnen selbst um ihren sicheren Schulweg und machen ihr direktes Umfeld, ihren eigenen Schulweg, sicherer. Die Kinder suchen ab sofort selbst die Geschäfte auf und sprechen die Inhaber an, Notinsel zu werden. Die Kinder setzen sich auf diese Weise (z.B. über Notinsel-Projekttage) mit dem Thema in der Schule auseinander und können gleichzeitig mit Hilfe der Notinsel-Materialien aktiv werden, was den Lerneffekt durch das Tun stärkt.

Die ersten 25 Notinsel-Schulen erhalten das Starter-Paket dank der großzügigen Unterstützung der BBBank eG in Berlin und der Firma Moll-Funktionsmöbel, kostenfrei. „Neben den 17 ersten Schulen haben demnach die nächsten acht Schulen die Möglichkeit ohne Kostenbeitrag mitzumachen. Wir wollen aber möglichst viele Berliner Grundschulen motivieren, sich an dem Projekt zu beteiligen und bemühen uns um weitere Sponsoren“, sagte Christa Schäfer.

„Wir freuen uns sehr mit unserer Spende in Höhe von 5.000 Euro aus Gewinnsparmitteln den „Neustart“ der Notinsel in Berlin ermöglichen zu können. Die Erstausstattung der Schulen ist damit gesichert und mehrere hundert neue Notinseln sollten damit für die 17 Schulen ein realistisches Ziel sein“, sagte Gabrielle Homola, Regional-Direktorin der BBBank. Sie ergänzt: „Wir steuern selbstverständlich auch unsere vier Berliner Filialen als Notinsel-Standort bei“.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch die neue Notinsel-App vorgestellt, mit der die Notinsel-Schulen sich sogar untereinander vernetzen können. Aber vor allem auch die Planung des eigenen Schulwegs in Zukunft noch besser funktionieren soll. Die App wurde durch die großzügige Unterstützung der Firma Moll Funktionsmöbel möglich. Martin Moll fasst den Erfahrungsschatz des spezialisierten Unternehmens so zusammen: “Ergonomie ist das Kriterium Nummer Eins – schließlich geht es um unsere Kinder, deren Entwicklung bestmöglich unterstützt werden soll. Das Projekt Notinsel zu unterstützen bedeutet für uns Kindersicherheit zu fördern und das ist ein wichtiger Aspekt, der sehr eng mit unserem Firmenanliegen verbunden ist“. 

Bild (von links nach rechts): Carsten Stahl, Christa Schäfer, Gabrielle Homola, Murat Topal, Kinder der Allegro-Grundschule 
fotografiert von: Mario Firyn 

17 Berliner Schulen machen sich auf den Weg, um Notinsel-Schule zu werden: 

Allegro-Grundschule
Athene-Grundschule
Fichtelgebirge-Grundschule
Grundschule an der Bäke
Grundschule im Beerwinkel
Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium
Kolumbus-Grundschulen
Kurt-Tucholsky-Grundschulen
Löcknitz-Grundschule
Ludwig-Bechstein Grundschule
Maria-Montessori-Grundschule
Paul-Klee-Grundschule
Quentin-Blake-Grundschule
Richard-Grundschule
Rose Oehmichen-Schule
Sabine-Ball-Grundschule
Sternberg-Grundschule

 

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