Echt Klasse! - Standort Saarland

GRUßWORT

Laut Statistik des Bundeskriminalamtes werden jedes Jahr in Deutschland über 15.000 Kinder unter 14 Jahren sexuell misshandelt. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, weil viele Fälle von Kindesmissbrauch gar nicht oder erst sehr viel später angezeigt werden. Deshalb begrüße und unterstütze ich die Initiative "Echt Klasse!", die jetzt als Wanderausstellung in saarländischen Grundschulen startet.
Die Wanderausstellung "Echt Klasse!" hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder präventiv vor Gewalt und sexuellem Missbrauch zu schützen. In Form eines Mitmachparcours lernen Kinder spielerisch wie sie sich richtig zur Wehr setzen können. Dabei kommt es ganz besonders darauf an, die eigene Persönlichkeit und das Selbstvertrauen von Kindern zu stärken und ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern, denn selbstbewusste und starke Kinder können sich vor sexuellen Übergriffen besser schützen.
Kinder brauchen in unserer Gesellschaft eine besondere Fürsorge. Deshalb hoffe ich, dass sich viele Grundschulen im Saarland an der Initiative „Echt Klasse!“ beteiligen. Denn nach wie vor gilt: Vorbeugung ist der beste Schutz.

 

DAS PROJEKT IM DETAIL

Durch die Investition von Herzenssache e.V., der Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Spardabank findet in den nächsten zwei Jahren im Saarland ein Mitmachparcour in Form einer Wanderausstellung mit insgesamt sechs Stationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch statt.

Die Ausstellung für Grundschulen sowie 5. und 6. Klassen informiert in kindgerechter Form über das Thema "sexueller Missbrauch", und stärkt damit Mädchen und Jungen in ihren Kompetenzen und Rechten.
 
Warum GRUNDSCHULEN? Grundschulen sind besonders geeignet, da hier alle Kinder durch die bestehende Schulpflicht erreicht werden. Sie sind außerdem die wichtigste Sozialisationsinstanz neben der Familie.
 
Das Projekt bietet Mädchen und Jungen im Grundschulalter (6-10 Jahre) einen Erlebnisrahmen, in dem sie sich spielerisch und handlungsorientiert mit den Präventionsprinzipien auf emotionaler und sinnlicher Ebene auseinandersetzen.
 
Die Stationen werden mit Texten, Bildern und handlungsorientierten Objekten gestaltet und durch "Trabanten" wie zum Beispiel ein Lesezelt, Spieltisch, Fühlschalen oder Sorgenmantel ergänzt.

Schuljahr Schule Datum
2013/2014 Tullaschule/Lidellschule Karlsruhe 17.02.-07.03-2014
2013/2014 Sophie Scholl Realschule Karlsruhe 17.03.-28.03.2014
2013/2014 Anne-Frank-Schule Karlsruhe 12.05.-23.05.2014
2013/2014 Grundschule Weingarten 26.05.-06.06.2014
2013/2014 Grundschule Stupferich 23.06.-04.07.2014
2013/2014 Ludwig-Uhland-Schule Birkenfeld 07.07.-18.07.2014
2014/2015 Grundschule Söllingen 03.11.-14.11.2014
2014/2015 Grundschule Eisingen 17.11.-28.11.2014
     
2014/2015 Grundschule Waghäusel 26.01.-06.02.2015
2014/2015 Schönbornschule Karlsdorf-Neuthard 13.04.-24.04.2015
2014/2015 Grundschule Zeutern 11.05.-22.05.2015
2014/2015 GWRS Bergschule Singen 08.06.-19.06.2015
2014/2015 Heinrich Köhler Schule Karlsruhe 06.07.-17.07.2015
2014/2015 GS Bulach 20.07.- SE
2015/2016 SH Oberhausen 11.09.-2.10.2015
2015/2016 Grundschule Auerbach 09.11.-20.11.2015
2015/2016 Grundschule im Lustgarten Hohenwettersbach 04.04.-15.04.2016
2015/2016 Willi-Konstandin-Schule Mutschelbach 30.05.-10.06.2016
     
2016/2017 Mediothek Karlsruhe 01.10.-25.11.2016
     

 

DIE SPIELSTATIONEN

Die Lehrkräfte gehen jeweils mit ihren Klassen in die Ausstellung und bereiten den Besuch im Unterricht nach. Das Unterrichtsmaterial bietet auch Möglichkeiten der langfristigen Vertiefung. 

Informationen für Lehrkräfte und Eltern über die Erscheinungsformen und Auswirkungen sexualisierter Gewalt und sexuellen Missbrauchs sind inbegriffen und zeigen Lehrkräften und Eltern die Möglichkeiten, wie sie in der Erziehung präventiv gegen sexuellen Missbrauch wirken können.
 
Durch die Ausstellung können innerhalb von 2 Jahren im Saarland rund 8.000 Kinder erreicht. Weitere 12.000 Kinder sollen nach den beiden Jahren im weiteren Projektverlauf folgen!
 
Die Schirmherrschaft des Projektes übernimmt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

 

DIE SPIELSTATIONEN DER AUSSTELLUNG

Kinder sollen erfahren, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn sie sich Hilfe holen und lernen in diesem Zuge auch, an wen sie sich in bestimmten Situationen vertrauensvoll wenden können.

Mädchen und Jungen sollen darin bestärkt werden, unterschiedliche Berührungen bewusst wahrzunehmen und überlegen, welche für sie in Ordnung sind und welche nicht.

Täter nutzen oft das Wissen, dass Kinder Geheimnisse besonders aufregend und spannend finden. Für Kinder ist es daher wichtig, zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu differenzieren und zu wissen, dass schlechte Geheimnisse unbedingt weitererzählt werden sollen.

Kindern wird vermittelt, dass sie gewisse Rechte haben und Erwachsene nicht immer über sie verfügen dürfen.

Durch die Förderung von positivem Körperbewusstsein kann ein Kind sich eher gegen sexuelle Übergriffe wehren.

Wenn Kinder lernen die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sind sie eher in der Lage einzuschätzen, wann sexuelle Übergriffe beginnen.

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Notinsel-Standorte mit ca. 20.000 Geschäften helfen Kindern in Not