Würzburg, 22. April 2026 – Auf dem wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) wurde Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert mit dem Deutschen Kinderschutzpreis sowie der Ehrenmedaille der Fachgesellschaft gewürdigt. Mit dieser doppelten Ehrung wird ein Wissenschaftler und Kliniker ausgezeichnet, der den Kinderschutz in Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.

Prof. Fegert (geb. 1956 in Heilbronn) ist seit 2001 Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Als einer der führenden Experten für Kinderschutz in Deutschland hat Fegert sich mit Themen wie Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, sexualisierter Gewalt, Traumafolgestörungen und strukturellen Fragen der Gesundheitsversorgung in Deutschland und international auseinandergesetzt.

Er war und ist Impulsgeber für institutionelle Schutzkonzepte, für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin, Jugendhilfe, Politik und Justiz sowie für die systematische Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Einrichtungen. Zahlreiche Fachgremien auf nationaler und internationaler Ebene profitieren von seiner Expertise. Als Autor und Herausgeber einer Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen sowie als Berater politischer Entscheidungsträger:innen hat er dem Thema Kinderschutz eine starke Stimme verliehen und Standards in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesetzt.

Der Preisübergabe ging eine Laudatio von Prof. Dr. Michael Kölch, Präsident der DGKJP und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Rostock, voraus, der die besondere Bedeutung von Fegerts Wirken betonte: „Jörg Fegert hat den Kinderschutz in Deutschland nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern strukturell verändert. Er hat Brücken gebaut – zwischen Disziplinen, zwischen Praxis und Politik und vor allem zwischen Wissen und Verantwortung. Sein Einsatz hat dazu beigetragen, dass Kinder heute besser gesehen, gehört und präventiv geschützt werden!“

In großer Anerkennung von Prof. Dr. Jörg M. Fegert sagen die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel zusammen mit ihren Partner:innenorganisationen Danke an einen Pionier des Kinderschutzes, der sich für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und für deren Rechte und Schutz auf besondere Weise eingesetzt hat.

Die diesjährige „doppelte Ehrung“ mit dem Deutschen Kinderschutzpreis und der Ehrenmedaille der DGKJP unterstreicht die herausragende Bedeutung von Prof. Fegerts Lebenswerk – für die Wissenschaft, für die Gesundheitsversorgung und für eine Gesellschaft, die hinschaut und Verantwortung übernimmt, damit junge Menschen nicht verloren gehen. Prof. Romanos sagt: „Jörg Fegert setzt sich mit großem Nachdruck für den Kinderschutz in der digitalen wie auch in der analogen Welt ein – sei es als Präsident der Europäischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder als Mitglied der Expert:innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Bundesfamilienministeriums. Mit seiner Arbeit gibt er wichtige Impulse für ein sicheres digitales Umfeld für Kinder und Jugendliche. Für seine Verdienste um die psychische Gesundheit sowie den Schutz von Kindern und Jugendlichen möchten wir ihm heute die DGKJP-Ehrenmedaille überreichen.“

Bildunterschrift v.l.n.r: Jerome Braun, Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel; Dr. Astrid Helling-Bakki, World Childhood Foundation Deutschland; Prof. Dr. Jörg M. Fegert; Prof. Dr. Marcel Romanos; Prof. Dr. Michael Kölch
Fotonachweis: Johannes Kiefer, honorarfrei abdruckbar