Karlsruhe, 18. September 2026. In Karlsruhe entsteht ein neuer bundesweiter Ort für ein Thema, das Millionen Kinder betrifft: ihre Rechte, ihren Schutz und ihre Beteiligung. Mit dem Baustellenfest für das Forum K beginnt der Umbau der ehemaligen Kirchenimmobilie in der Karlsruher Nordweststadt (Bienwaldstraße 36). In der „Residenz des Rechts“ entsteht damit in dieser Art erstmals in Deutschland eine permanente Adresse für Kinderrechte.
Ministerpräsident a.D. Günther H. Oettinger, scheidender Schirmherr der Stiftung, ordnet das Vorhaben als langfristige Zukunftsinvestition ein: „Kinderrechte und Kinderschutz dürfen nicht von kurzfristigen Projektlogiken abhängen. Das Forum K schafft Dauer, Sichtbarkeit und Verantwortung. Es ist eine Investition in die nächste Generation – und damit in die Zukunft unseres Gemeinwesens.“
Initiator und Träger ist die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Projektpartner und Bauherr ist die Neuapostolische Kirche Süddeutschland K.d.ö.R. Zum Baustart unterzeichnen beide Partner eine auf 20 Jahre angelegte Nutzungsvereinbarung. Sie gibt dem Forum K die nötige Dauerhaftigkeit: Kinderrechte sollen dort nicht nur erklärt, sondern erlebt, trainiert und öffentlich verhandelt werden.
Ab 2027 soll das Forum K als Wissens-, Trainings-, Erlebnis- und Beteiligungsort arbeiten – für Kinder und Jugendliche, Schulen, Fachkräfte, Politik, Medien und Zivilgesellschaft. Geplant sind unter anderem eigene und externe Formate wie Workshops, Mitmachausstellungen, Fachtage und Kongresse, Kreativ- und Bewegungsräume sowie Medienformate, in denen die junge Generation und diejenigen die sich um sie kümmern ihre Perspektiven selbst einbringen.
Baustellenfest als Startsignal für ein Zukunftsprojekt
Das Baustellenfest markiert den sichtbaren Start des Projekts. Aus einer früheren Kirche wird ein weltanschaulich neutraler, offener Ort für Kinderrechte und Kinderschutz. Für Hänsel+Gretel ist das Forum K zugleich ein Meilenstein auf dem Weg zum 30-jährigen Bestehen der Stiftung im Jahr 2027.
Eine zentrale Rolle bei der Entstehung spielte Michael Ehrich, ehemaliger Präsident der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Er brachte die Idee des Forum K mit der ehemaligen Kirchenimmobilie zusammen und warb dafür, das Gebäude langfristig einem neuen gesellschaftlichen Zweck zu widmen. „Dieses Haus bekommt eine neue Aufgabe“, sagt Ehrich. „Wo früher Gemeinschaft im Glauben erlebt wurde, entsteht nun ein offener Raum für Kinder, ihre Rechte und ihren Schutz. Das ist eine überzeugende Weiterentwicklung dieses Ortes.“
Melchien: Kinder und Jugendliche brauchen eigene Stimme
Auch die Stadt Karlsruhe sieht im Forum K ein Signal mit überregionaler Bedeutung. Bürgermeisterin Yvette Melchien erklärt: „Karlsruhe ist die Residenz des Rechts. Dass hier ein bundesweit besonderer Ort für Kinderrechte entsteht, passt zu dieser Stadt – und macht zugleich deutlich, dass Kinder und Jugendliche eine eigene Stimme in unserer demokratischen Kultur brauchen.“
Braun: Forum K macht aus einem Anspruch einen konkreten Ort
Jerome Braun von der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel betont den praktischen Anspruch des neuen Ortes: „Kinderrechte dürfen nicht abstrakt bleiben. Sie brauchen Orte, an denen Kinder und Erwachsene verstehen, was Rechte im Alltag bedeuten – beim Schutz vor Gewalt, bei Beteiligung, Bildung und Demokratie. Mit dem Forum K bekommen Kinderrechte einen festen Wohnsitz und machen aus einem Rechtsanspruch einen konkreten und impulsgebenden Ort mit bundesweiter Resonanz“.
Junge Perspektiven von Anfang an beteiligt
Junge Perspektiven sind von Beginn an Teil des Konzepts. Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe sowie Kinder bei einer Online-Befragung brachten bereits in der Entwicklungsphase ihre Perspektiven und Ideen ein. Ihr Kernanliegen: ein Ort, an dem junge Menschen nicht nur Zielgruppe sind, sondern mitreden und mitgestalten können.
Die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel bringt ihre Erfahrung aus fast drei Jahrzehnten bundesweiter Kinderschutzarbeit ein. Die Stiftung schützt und stärkt Kinder vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt und erreicht mit ihren Projekten nach eigenen Angaben jedes Jahr mehrere zehntausend Kinder, Jugendliche, Eltern, Schulen, Kitas, Einrichtungen und Fachkräfte.
Mit dem Forum K bekommt diese Arbeit erstmals einen festen, öffentlich sichtbaren Ort. Ab Mitte 2027 soll die Adresse in der Karlsruher Nordweststadt offenstehen – für Schulklassen, Bildungseinrichtungen, Fachwelt, Initiativen, Medien und alle, die Kinderrechte in Deutschland vom Anspruch in die Anwendung bringen wollen oder sich im Kinderschutz engagieren.
Im Bild: Michael Ehrich und Günther H. Oettinger bei der symbolischen Unterschrift der Kooperationsvereinbarung, Bürgermeisterin Yvette Melchien und Jerome Braun sowie Uwe Stürmer von Hänsel+Gretel, Kinder der Ernst-Reuter-Schule, Karlsruhe.
Bildnachweis: Micha Roth