„Human aktiv“ übergibt 13 „Starke Kinder Kisten!“

Damit Kita-Kinder vor sexuellem Missbrauch geschützt werden.

13 „Starke Kinder Kisten!“ wurden heute durch den Vorstandsvorsitzenden von „human aktiv“ und Leiter der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, Bezirksapostel Michael Ehrich, an Günter Mächtle und Jerome Braun von der Stiftung „Hänsel+Gretel“ übergeben. Die Kisten wurden sofort an sechs Fachberatungsstellen aus Baden-Württemberg weitergereicht, damit Kita-Kinder ab 2020 davon profitieren können.

„Häufig beginnt sexueller Missbrauch bereits im Vorschulalter. Deshalb ist es wichtig, Kinder so früh wie möglich zu informieren und stark zu machen. Kitas sind neben der Familie die erste Sozialisationsinstanz und sehr gut geeignet, den Schutz vor sexueller und körperlicher Gewalt an Kindern zu verbessern“, sagt Jerome Braun von der Stiftung „Hänsel+Gretel“. Er erklärt: „Das Projekt ‚Starke Kinder Kiste!‘ kann ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der verpflichtenden Kita-Schutzkonzeptionen sein oder für dessen partizipative, also eine Kinder einbindende, Belebung sorgen.“

Die Stiftung „Hänsel+Gretel“ will in den kommenden acht Jahren etwa 5.000 Kitas und damit mehr als 500.000 Kinder in Deutschland erreichen. Das Netzwerk an Fachberatungsstellen, die Kitas allein in Baden-Württemberg zur Umsetzung des Programmes qualifizieren, umfasst mit dem heutigen Tag 14 Fachberatungsstellen. „Wir wollen, dass alle Stadt- und Landkreise in Zukunft mit dem Programm arbeiten, deshalb streben wir eine flächendeckende Einführung in Baden-Württemberg an“, sagt Günter Mächtle, Vorsitzender der Stiftung.

Zwei Institutionen gemeinsam aktiv für Prävention vor sexuellem Missbrauch  

Seit Jahren fördert die Neuapostolische Kirche Süddeutschland über ihr Hilfswerk „human aktiv“ die Projektarbeit der Stiftung „Hänsel+Gretel“. Bezirksapostel Michael Ehrich freut sich: „Fast 60.000 Kinder konnten durch unsere finanzielle Unterstützung mit dem Grundschulprogramm ‚Echt Klasse‘ erreicht werden. Auch die 15.000 Kita-Kinder in der Pilotphase der ‚Starke Kinder Kiste!‘ sprechen für sich.“ Der Kirchenleiter und Vorstandsvorsitzende von „human aktiv“ meint: „Mit der ‚Starke Kinder Kiste!‘ hat sich die Stiftung ein großes Ziel gesetzt, 500.000 Kinder im Lauf von acht Jahren zu erreichen. Gerne wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass diese Kinder von dem wirkungsvollen Präventionsprogramm profitieren. Denn auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz geben mag, sollten wir doch alles uns Mögliche tun, damit Kinder wirksam und dauerhaft vor Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen und Gewalt geschützt sind.“

Mit starken Sachen, Büchern und Spielen zu mehr Sicherheit

Mit der „Starke Kinder Kiste!“ trainieren Kinder u.a. ihre eigenen Wahrnehmungen, lernen ihre Grenzen kennen oder wie sie Hilfe holen. Das strukturierte und evaluierte Programm ist im Baukastensystem ganzheitlich und modular in Kitas umsetzbar. Neben umfassenden Materialien der „Starke Kinder Kiste!“, Fachbüchern, Mini-Büchern, CDs und Spielen, ist die Fortbildung für Kita-Fachkräfte fest im Programm verankert. Mit den 13 „Starke Kinder Kisten!“ haben die Fachberatungsstellen nun die Möglichkeit, bis zu 65 Kitas auszustatten.

Der „Präventionsplan für Deutschland“ der Stiftung „Hänsel+Gretel“ sieht vor, dass sich immer drei bis fünf Kitas zusammenschließen und als Verbund eine „Starke Kinder Kiste!“ erhalten. Die Kosten pro Kiste mit entsprechendem Begleitmaterial liegen bei 2.250 Euro. Kitas haben ab sofort die Möglichkeit, sich auf eine der 13 „Starke Kinder Kisten!“ zu bewerben.

Von der Untersuchung hin zum Präventionskonzept

Mit dem bundesweiten Monitoring (2015 - 2018) untersuchten der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) den Stand der Entwicklung von Schutzkonzepten in Einrichtungen und Organisationen. Kindertageseinrichtungen unterliegen in Deutschland der rechtlichen Verpflichtung, Beteiligungsmöglichkeiten für die betreuten Kinder zu schaffen und auch einen Schutz vor Gewalt zu gewährleisten.

Die Untersuchung zeigt unter anderem auf, dass es trotz einer Anzahl von 22 Prozent der Kitas mit einem umfassenden Präventionskonzept nach wie vor an umfassenden Schutzkonzepten und an einer systematischen Herangehensweise jenseits konkreter Verdachtsfälle fehlt. Gleichzeitig haben noch rund 44 Prozent der Einrichtungen großen Unterstützungsbedarf, unter anderem in Form von Informationsmaterialien und Leitfäden.

Die „Starke Kinder Kiste!“ mit dem „Echte Schätze! Präventionsprogramm“ richtet sich genau an diese Zielgruppe: an Kitas, deren Fachkräfte und Eltern, die frühzeitig mit der Ich-Stärkung ihrer Kinder beginnen wollen.

Informationen für Kitas und Bewerbungsunterlagen unter: www.starkekinderkiste.de

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