08.10.2013

“Seit Montagabend wird die kleine Peggy aus Lichtenberg vermisst.“ Diese Meldung im Mai 2001 war der Startpunkt des deutschlandweit größten Kinderschutzprojektes Notinsel im öffentlichen Raum.

Kinder erleben immer häufiger, dass der Schulweg zum Gefahrenweg wird und Angst und Gefahr zum Alltagsleben dazu gehören. Gefahren durch gleichaltrige und kriminelle Jugendliche, durch Diebe und ausländerfeindliche Gruppen bedrohen die Kinder. „Alle Geschäfte mit dem Notinsel-Zeichen an der Tür bieten Kindern Zuflucht und Schutz. Nicht minder wichtig ist das deutliche Zeichen für den Kinderschutz im öffentlichen Raum und damit gegen potenzielle Täter“, sagt Jerome Braun, Geschäftsführer von Hänsel+Gretel und Erfinder der Notinsel.

Die Notinsel wurde am 2. Mai 2002 in Karlsruhe, dem Sitz der Stiftung Hänsel+Gretel, als Pilotprojekt umgesetzt. Seit dem wächst das Netzwerk, zu dem Großstädte wie Berlin, kleinere Gemeinden wie Trittau in Schleswig-Holstein und ganze Landkreise wie Aschaffenburg zählen, ständig weiter. Das bedeutet auch, dass mittlerweile über 15.000 Geschäfte den Notinsel-Aufkleber an der Tür angebracht haben und Kindern signalisieren „Wo wir sind, bist du sicher.“

Das Projekt funktioniert nach einem einheitlichen Prinzip: Gemeinnützige und engagierte Partner im gesamten Bundesgebiet stimmen die Umsetzung vor Ort mit der Stiftung ab und erhalten weitreichende Unterstützung, persönlich ebenso wie durch Unterlagen. Die Einheitlichkeit des Projektes ist ein entscheidender Faktor, um die Notinsel bundesweit zu etablieren.

Ein Standort kam z.B. dadurch zustande, dass ein Mädchen im Urlaub in Kressbronn das Zeichen entdeckte. Zu Hause musste der Bürgermeister nur noch von der Idee überzeugt werden. „Die Standorte müssen für sich selbst entdecken, ob die Notinsel eine Lösung für Kinder sein kann. Wir freuen uns über jede ernstgemeinte und eigenmotivierte Anfrage, denn dann klappt es auch mit dem Projekt vor Ort“, so Jerome Braun.

Seit längerem möchte der Erste Bürgermeister der Stadt Stein, Kurt Krömer, die Schirmherrschaft für die Notinsel in der Stadt Stein übernehmen und das Projekt für die Kinder in Stein einführen. Beim Bayrischen Städtetag in Bayreuth, Mitte Juli, besuchte er unsere ehramtliche Mitarbeiterin Frau Maria Sussner am Info-Tisch der Notinsel und entschloss sich spontan, dieses Projekt zeitnah einzuführen, was ihm auch gelungen ist.

Bürgermeister Krömer möchte möglichst viele Geschäfte motivieren, eine offene Tür für Kinder in Not und Gefahrensituationen zu haben. „Was früher mit der Tante Emma selbstverständlich war, ist leider heute nicht mehr so einfach. Deshalb wollen wir den Kindern zeigen, wo Sie Schutz finden, sollten sie in eine schwierige Situation gelangen. Wir sind stolz, dass die Stadt Stein als 200. Notinsel-Standort einen wichtigen Meilenstein erreicht hat und ich wünsche mir, dass die Stiftung bald den 300. Standort einweihen kann, damit noch mehr Kinder Schutz und Hilfe finden.“

Mit den Steiner Geschäftsstellen der Sparkasse Fürth und der VR Bank Nürnberg sowie den Stadtwerken Stein wurden die ersten Notinsel-Partner in Stein aktiviert. Nun gilt es, weitere Notinsel-Partner in der Stadt Stein zu finden, die sich bereit erklären, sich an diesem wichtigen Projekt zu beteiligen. „Ich bin mir sicher, dass uns dies gelingen wird. Schließlich sind unsere Steiner Geschäfte sehr kinderfreundlich.“ so Kurt Krömer weiter. Sein Dank gilt auch den Sponsoren, die das Notinsel-Projekt in der Stadt Stein finanziell mit unterstützten.

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